ICH! FROSCH und KÖNIG! Kapitel 4.

Kapitel 4: Dolce far niente & Schuld & Sühne.

In kürzester Zeit wurde mir mein neues Leben ganz selbstverständlich und genoß es, in vollen Zügen und aus vollen Gläsern.

Meine Tage waren angefüllt mit verschiedensten Vergnügungen und Genüssen, und es erging mir vortrefflich, was ich auch mehr als angemessen fand, war ich doch nach wie vor ein Königssohn, Frosch hin oder her, man will sich ja nicht verschlechtern.

Ich “switchte“ also zwischen dem gesunden Landleben, welches ich als frischgebackener Frosch in Teichen und Bächen führte, und dem etwas dekadenten Treiben eines kraftstrotzenden, lebenshungrigen  Taugenichts, der moussierenden Champagner schlürfte und sich tapfer hielt auf dem schlüpfrigen Parkett der gehobenen und der niederen Gesellschaft.

„Kaum zu glauben, an welche zweifelhaften Orte mich meine Vergnügungssucht führte.

Kein Palazzo, keine Spelunke, keine Hafenkneipe war vor mir sicher, und ich war überall gern gesehener Gast. Gold hatt ich als Prinz in Hülle und Fülle, und das dazugehörige lockere Händchen hatte ich auch.

 

 

Ich litt aber nach solchen Exzessen immer an starken Selbstzweifeln und  Schuldgefühlen, und somit kam auch ein starkes Bedürfniss nach Beichte und Absolution auf, welches ich bei äußerst gestrengen Damen zu befriedigen suchte.

Billig war das nicht, und weder bewirkte es eine Besserung meines Lebenswandels noch verhalf es mir zu einem guten Gewissen/sanftes Ruhekissen. Ist es Sünde beim Bußetun Lust zu empfinden?

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mizzi (Freitag, 23 Juni 2017 21:25)

    Ich liebe den Frosch und die wahre Geschichte, aber vor allem die Illustrationen. Großes Kompliment an Dichter und Maler.