ICH! FROSCH und KÖNIG! Kapitel 1.

Kapitel 1: Introduction

„Verehrter Leser!

 

Ich war schon etwas überrascht,als ich erfuhr, daß mein Name und meine Vita,welches so reich an Abenteuern und ergötzlichen Begegnungen war, bis in diese “modernenZeiten“  hinein vielen Menschen, zumindest in groben Zügen ,noch ein Begriff sind. Jemand hat beiden ein literarisches Denkmal gesetzt, in Form eines Märchens, welches mit “Froschkönig“ betitelt wurde.

Und so konnte ich natürlich der Versuchung nicht widerstehen,in dieser Geschichte zu schmökern, um über mich und mein bewegtes Leben mehr zu erfahren. 

Aber welche Überraschung!

Wie verkürzt und bar aller Romantik, in großen Teilen oberflächlich und unvollständig wurde hier über mein wunderbares und reiches Leben,ich möchte fast sagen: PHANTASIERT!

  Lange habe ich nun mit mir gerungen, ob,  und wenn ja, auf welche Art und Weise ich Irrtümer und Unkorrektheiten korrigieren sollte.Und da ich immer Bescheidenheit und Zurückhaltung zu meinen allerersten Tugenden zählen konnte, beschloß ich, den Leser nicht mit langen und ermüdenden Abhandlungen und detailreichen Gegendarstellungen zu malträtieren, wohlwissend, daß man heutzutage den kurzen und bündigen Vortrag schätzt, weil angeblich Zeit auch Geld ist, was, nebenbei bemerkt, natürlich vollkommen ridikül ist, also kurz und gut, nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, dem geneigten Publikum erstmalig Einblick in mein privates Bilder-Archiv zu gewähren.

 „Mein ganzes Leben habe ich mit Eifer und Begeisterung in der edlen Kunst des Malens dilettiert, und wurde auch kein Rembrandt aus mir, so hoffe ich doch, daß ich mit meinen Bemühungen nicht nur zur Recration meines Gemüthes, sondern auch ein klein wenig zur höheren Ehre Gottes und der Kunst beigetragen zu haben! Immer wenn ich mich aus den amourösen Bataillen,Vergnügungen und überhaupt aus dem Weltgetriebe zurückgezogen habe, erfreute mich die stille Welt des Pinsels und der Farben, das Reich der duftenden Harze und Öle, welche für jeden Connaiseur Nektar und Ambrosia sind, und an den Brüsten dieser Muse sog ich immer Lebenslust und Kraft!  

 

Bevorzugter Gegenstand meiner Malerei waren natürlich meine mannigfaltigen und unglaublichen Abenteuer, welche mein Dasein zu einem prallen und fantastischen Roman machten.

Da nun hinlänglich bekannt ist, daß Bilder weit mehr als schnöde Worte dazu in der Lage sind, die verborgene Wahrheit an’s Licht zu bringen, vor allen Dingen jene Wahrheiten, die sich allzugerne zwischen den Zeilen verstecken, habe ich sorgfältig darauf geachtet, diese Bilder nur mit den nötigsten Kommentaren zu versehen, auf daß der Betrachter sich seine eigenen Reime auf alles und alle machen kann.Und nebenbei bemerkt:

 „der kleine Gott der Welt bleibt ja doch immer vom gleichen Schlage, und so kann sich, wer mag, neben dem Ergötzen über diese absonderlichen Vorkommnisse, auch einiges an Belehrung und Erkenntnis über Prinzessinnen und Prinzen im Besonderen, und über die Liebe im Allgemeinen verschaffen! 

 „Es wäre unangemessen, an dieser Stelle eine lange Liste der gröbsten Irrtümer, Untertreibungen etc. etc.aufzuführen, und darum möchte ich zuvorderst zwei Tatsachen explizit herausstellen,, welche im besagten Märchen“ Froschkönig “ wahrheitsgemäß überliefert wurden, als da wären:

 Erstens: Ich wurde gegen meinen Willen in einen Frosch verwandelt!

Zweitens: Ja, eine Prinzessin hat in dieser Geschichte eine gewisse Rolle gespielt.

Punkt!

Wenn ich nun sage, daß es viele Prinzessinnen gab in meinem Leben (Sie war die Erste nicht!), und wenn ich weiterhin kundtue, daß ich, Gott sei mein Zeuge, auch nicht der erste Prinz in ihrem Leben war,, wenn ich also nur diese beiden Gesichtspunkte stellvertretend für deren viele in’s gehörige Licht rücke, so möge der unvoreingenommene Leser daran ermessen, wie krass das bekannte “Froschkönigmärchen“ samt eisernem Heinrich von der wirklichen Geschichte meines Lebens abweicht.

Mögen diese Bilder und Histörchen dem Leser Vergnügen bereiten!

Nun gut, das mag genügen für den Anfang, demnächst mehr davon....

 

König Loui Rudolph der Große,

im Jahre des Herrn.“

 

 


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Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Dienstag, 20 Juni 2017 18:54)

    Liebe, sehr verehrte Majestät und Königliche Hoheit, Loui der Große alias King of the QUACK-QUACKS,

    Ihre Geschichte rührt mich seit Kindheitstagen zu tiefst!
    Wurde sie doch unglücklicherweise immer nur aus der Perspektive dieser verwöhnten Prinzessinnen-Göre tradiert!
    Ihr Erzählwitz lässt aufhorchen im elenden Sumpf zeitgenössischer Oberflächenkratzereien!

    Hochachtungsvollst

    Ihre Madame MIAU, THE QUEERY QUEEN OF QUENGEL alias Beate